Neues aus dem Archiv

Neues aus dem Archiv

November 2021

Vom Rock’n’Roll zum Rock

Und nun ein Blick zurück über vier Jahrzehnte: 1978 war geprägt von einer „lautstarken“ Zusammenarbeit mit dem Jugend- und Musikmagazin „Rocky“. Unter dem Titel „All we need is Rock“ schrieb der Musikfachjournalist Hubert Skolud die Geschichte der Pop-Musik vom Rock’n’Roll zum Rock. Und genauso hieß auch meine wöchentliche Sendung über RTL, die sich eng an die Serie in „Rocky“ anlehnte. So konnte man lesen, Fotos anschauen und gleichzeitig die Hits der Zeit auf RTL anhören. Und das über ein ganzes Jahr, 50 mal, von Woche zu Woche. Das war genial!

Uwe Seeler wird 85

Am 5. November feiert Uwe Seeler seinen 85. Geburtstag! Wir wünschen „Uns Uwe“ alles Gute!

Oktober 2021

Die Männer hinter Elvis

Das waren Jerry Leiber, Mike Stoller, Doc Pomus und Mort Shuman. Eben diesen konnte ich 1976 am RTL-Mikrofon begrüßen. Das Resultat: Zwei Stunden „Superclub“, randvoll mit toller Musik und einem tiefgreifenden Interview, hier zum erstenmal in „UKW-Qualität“, denn den RTL-Superclub gab es üblicherweise nur auf Mittelwelle und Kurzwelle zu hören.

Jerry Leiber
Mike Stoller
Doc Pomus
Mort Shuman

Mort Shuman live im „RTL Superclub“

Ohne Mort Shuman hätte es diese Elvis-Hits nie gegeben:
Kiss me quick | Viva Las Vegas | She’s not you | Little sister | Suspicion | A mess of blues

Mort Shuman, eigentlich Mortimer Shulman, gebürtig aus Brooklyn, New York City, war Sohn polnischer Einwanderer. Er verließ die USA, um sich zunächst in England und schließlich in Frankreich anzusiedeln. Am 2. November 2021 jährt sich sein Todestag zum 30sten mal. Mort Shuman verstarb 10 Tage vor seinem 55. Geburtstag in England.

Rock und Pop aus Frankfurt am Main

Ein Blick zurück ins Jahr 1973: Fachjournalist Mathias Welp aus Kassel und Fotograf Rainer Rüffer schauten hinter die Kulissen.

Georges Brassens

Ein für das französische Chanson bedeutender Süd-Franzose  war  Monsieur Georges Brassens! Ein begnadeter Sänger und Geschichtenerzähler – ein Chansonnier par excellance! Am 22. Oktober 2021 wäre er 100 Jahre geworden, leider wurde er nur 60, er starb im Oktober 1981. Unvergessen ist sein Starstück „Les copains d’abord“, auf Deutsch: „Die Freunde zuerst“. Hier singt er es live auf der Bühne. Sein Grab hat Frau Rita in der Hafenstadt Sète – seinem Geburtsort – auf dem Friedhof Le Py gefunden.

Les copains d’abord – Georges Brassens

Weißt Du noch damals…

Zwei Mersey Teens tratschen über alte Zeiten. Links Drummer und Sänger Klaus Keller, übrigens Vater des bekannten Sängers Mitch Keller, rechts Sänger Achim. In Gedenken dabei:
Lead-Gitarrist Klaus Konopka (Spitzname Porky), † 2006 und Bassist u. Sänger Horst Lehmann, † 1994

Roy Black

Am 09. Oktober 2021 jährte sich der Todestag von Gerd Höllerich, dem unter dem Namen Roy Black eine beispiellose Karriere gelang, zum 30sten mal. Aufbewahrt habe ich unter anderem diese handgeschriebene Grußkarte, die Roy während eines Paris-Aufenthaltes Mitte der Sechziger Jahre  an das RTL-Team verschickte.

Der US-Fliegerhorst Spangdahlem ist noch heute Hochsicherheitstrakt der amerikanischen Air-Force. Hinter Stacheldraht und Lichtschranken führen die GIs ihr eigenes, abgeschirmtes Leben. Zum Glück gibt es mehrere Clubs mit Musik und Tanz, streng getrennt nach Dienstgraden. Der NCO-Club z.B. ist für die breite Schicht der mittleren Ränge gedacht – dort treten immer wieder namhafte Stars aus dem US-Showbusiness auf, um den Soldaten ein Stückchen Heimat zu vermitteln.

Zwischen Xmas und New Year 1968 betrat aber ein deutsches Talent mit amerikanischem Namen die Bühne: Roy Black!! Bei uns als beliebter Vertreter  einer „weichen Welle“ geschätzt, konnte Roy hier seine eigentliche Lieblingsmusik vortragen, die heißen Rhythmen des Rock and Roll. An zwei Abenden führten mein lieber Kollege Rolf und ich durch sein internationales Programm.

Quelle: Trierische Landeszeitung

Hier das Plakat für die deutsch-amerikanischen Freundschaftsabende im NCO-Club Spangdahlem in der Eifel, ein paar Kilometer nördlich von Trier.

September 2021

The Everly Brothers

Jahrhunderthalle Frankfurt im Oktober 1972 – Ein musikalisches Großereignis in der hessischen Metropole ließ die Herzen aller Musikliebhaber höher schlagen. Philip Jason „Phil“ Everly (* 19. Januar 1939 in Chicago, Illinois; † 3. Januar 2014 in Burbank, Kalifornien) und sein Bruder Isaac Donald „Don“ Everly (* 1. Februar 1937 in Brownie, Kentucky; † 21. August 2021 in Nashville, Tennessee) boten an diesem Abend einen Querschnitt ihres außerordentlichen musikalischen Schaffens dar, bestehend aus 12 Songs inklusive zweier Zugaben, darunter eine packende Version des Stones-Klassikers „Honky Tonk Woman“.

Nach dem Konzert dann vor meinem Mikrofon, die zwei Stimm- und Gesangskünstler aus Muhlenberg County, Kentucky. In diesem Mitschnitt geben die Everly Brothers Einiges preis, Einiges aber auch nicht.

Backstage zum Interview-Termin mit einem sehr entspannten und freundlichen Phil Everly, der hier de die Fragen meines langjährigen Freundes und Berufskollegen Manfred Vogel beantwortet. Von links nach rechts: Don Everly, meine Frau Rita, icke und Manfred.

Das Live-Konzert der Everly Brothers 1972 in voller Länge

1. Bowling Green – 2. Walk Right Back – 3. Lucille – 4. Wake Up Little Susie – 5. Cathy’s Clown – 6. Till I Kissed You – 7. So Sad – 8. Bird Dog – 9. All I Have To Do Is Dream – uvm.

Juli 2021

Hank Thompson  (1925 – 2007)

Ein unvergesslicher Abend 1968  im NCO Club der Airbase von Spangdahlem in der Eifel! (siehe „Radio Jahre“).  Auf Tour für die GIs „overseas“ war Hank Thompson, ein echter Texaner aus Waco mit vielen großen Hits im Gepäck. Nach der Show kam er an mein Mikrofon.

Roy Acuff (1903 – 1992)

Es war Sonntag, der 30. März 1980, als Roy Acuff im Rahmen der „Mervin-Conn-Tour“ auf der Bühne der Festhalle Frankfurt stand. Im Hotel gegenüber traf ich ihn und seine Frau und bat um ein Foto und ein paar Worte in mein Mikrofon. Dass ihm seine Fiddle (Geige) von US-GIs nach 1945 aus Deutschland mitgebracht worden war, erfuhren wir erst, als Vince Gill das Instrument dem Country-Museum übergab. Die ganze Story findet ihr unter Wheel Country Magazine bei Herbert Arnold. Look it up!

Roy Acuff – Promo und Titel „Sunshine Special“

Fats Domino

Rock and Roll ohne Fats Domino? Undenkbar. Ein ganz besonderes Erlebnis war sein Gastspiel in der Jahrhunderthalle von Frankfurt-Höchst Anfang der 70er Jahre. Nach dem Konzert durfte ich mit vielen, gar sehr vielen anderen Leuten in seine Garderobe, wo Fats im Unterhemd und in bester Laune anzutreffen war. Leider hatte ich nur wenige Minuten bewilligt bekommen und so blieb es bei einigen Promos – für meinen RTL-Freund Dave Christian, für mich und für Weihnachten. Ich bin froh, dass ich vier Fragen stellen konnte, bevor meine Zeit um war. Fats verriet mir, dass sein Vorbild Amos Milburn hieß. Den wollen wir natürlich hören und sehen!!!

Interview mit Fats Domino und Titel „The Fat Man“

Die La-La-La-Story

Beim Rundfunk hatte man das große Glück, die Schallplatten nicht selber kaufen zu müssen – wir bekamen sogenannte „Musterplatten“. Unser Job war, sie anzuhören und auszuwählen, was dem Hörerkreis gefallen könnte. Eine wunderschöne Aufgabe neben all dem anderen. Dabei fiel mir auf, daß das Kurzwort „La“ immer und immer wieder herhalten mußte, um so einen Schlager abzurunden. 1975 entschloss ich mich zu der folgenden Story in etwas über 4 Minuten Hörlänge.

Buddy Holly

Hier eine Original-Postkarte von Buddy Holly und seinen Crickets. Sie zeigt Jerry Allison, Joe Mauldin und natürlich Buddy Holly. Die Karte wurde vom UKW-Sender KTQM-FM in Clovis, New Mexico veröffentlicht. Inhaber des Senders war Norman Petty, der eng mit Buddy zusammen gearbeitet hat.

Eine Postkarte vom „Surf Ballroom“ in Clear Lake, Iowa, jener Halle, in der Buddy Holly sein letztes Konzert gab. Es war der 2. Februar 1959. Das gecharterte Klein-Flugzeug, eine Beechcraft Bonanza, stürzte in den frühen Morgenstunden im Schneegestöber ab, alle 4 Insassen, Stars Ritchie Valens, 17, The Big Bopper-J.P. Richardson, 28, Buddy Holly, 22 und der junge Pilot starben bei dem Absturz auf einem Acker.

Eine originale „Business Card“ aus der Zeit, als Buddy Holly noch unter seinem echten Zunamen firmierte – Holly mit e….! Aus der Hand von Mrs. Ella Holley erhielt ich diese frühe Geschäftskarte des Country Music Trios „Buddy and Bob“, mit Larry Welborn am Bass. Beim örtlichen Radio-Sender KDAV hatten sie regelmäßige Auftritte – live on the air.

Chris Andrews

Prominenter Gast in meiner Sendung:
Der „Yesterday Man“ Chris Andrews aus GB. Mit dabei seine bildhübsche Ehefrau, seine „Pretty Belinda!“

Juni 2021

Fritz Walter und Uwe Seeler

Auch der Sport, in diesem Fall König Fußball, darf nicht zu kurz kommen. So kam es für mich zu einer wunderbaren Gelegenheit, gleich zwei Legenden deutscher Fußballgeschichte zu einem kurzen Interview ans Mikrofon zu bekommen – Fritz Walter, Kapitän der Weltmeister-Elf von 1954 sowie „Uns Uwe“ Uwe Seeler, erster Torschützenkönig und Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft von 1966 als Vizeweltmeister!

Links zu sehen eine Flasche des damals zu diesem historischen Sport-Ereignis speziell abgefüllten Sektes „Fritz Walters 54er GOLD“. Flasche leer, leider…im Bild rechts köpft Uwe Seeler im Hechtsprung auf das gegnerische Tor. Ein Athlet!

(Foto v. Uwe Seeler – dpa)

Als erster Sportler wurde Uwe Seeler (geb. 1936) zum 30. Ehrenbürger seiner Heimatstadt Hamburg ernannt.

Fußballer haben Musik in den Beinen…aber auch gern im Ohr

Natürlich fragte ich Fritz und Uwe jeweils nach ihrer Lieblingsmusik und erfüllte gerne ihre Wünsche. Für Fritz hören wir den „Blue Tango“ und für Uwe „Detroit City“ von Dean Martin.

Nicht ohne mir noch ein Souvenir zu überreichen hat mich Fritz Walter dann „vom Platz geschickt“…diese kleinen Miniatur-Fußballschuhe mit persönlicher Widmung!

Autogrammkarte und Buch – ebenfalls mit der Handschrift von Fritz Walter (1920 – 2002)

Fritz Walter, unser Fußball-WM-Kapitän von 1954, hätte am 31. Oktober 2020 seinen 100. Geburtstag begangen. Ihm zu Ehren gab die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke zu 95 Cent heraus. Und so sieht sie aus:

Zu Besuch bei Bob Lewis – AFN

1959 in Berlin-Dahlem – ein Abend im AFN-Archiv! Freundin Marianne und ich (gerade 18 Jahre alt) zu Besuch bei meinem „favorite DeeJay“ Bob Lewis. Rechts im Bild die 40 cm-LPs, die nur für AFN gepresst wurden. Warum 40 cm Durchmesser? Sie sollten nicht auf private Plattenspieler passen.

1965, mit 24 Jahren. Radio Luxemburg? Klar, das hörte ich abends auf der Mittelwelle. Tolles, englisches Programm auf 208, gesprochen two-o-eight. Zwei Jahre später, 1967, saß auch ich in diesem Funkhaus im Nachbarland Luxemburg!

Country Music Hall of Fame

Jetzt sind wir in der alten Country Music Hall of Fame in einem kleinen Saal mit Bühne. Darauf stehen die Instrumente der Country Music, aber keine Musiker. Dafür hört man einen Ansager, der uns erklärt, wie so eine Schallplatten-Aufnahme abläuft. Besonders originell: jedes Instrument, das wir hören werden, wird angestrahlt bzw. beleuchtet, die anderen bleiben im Halbdunkel. Für einen US-Dollar gab’s das Spektakel auf einer Single-Platte mit 33 Upm für zu Hause. Und schon war sie meine!

Natürlich gibt es dieses mittlerweile 50 Jahre alte Souvenir hier zum anhören…

Nashville Skyline

Sommer 1969 – Ich bin am Ziel meiner Wünsche, in Nashville, Tennesee. Die Luft schwül und schweißtreibend und vor mir liegt der Besuch der Country Music Hall of Fame sowie die Grand Ole Opry.

Outside the building II

1967 eröffnet: das schmucke Gebäude der Country Music Hall of Fame in der 16th Avenue South. Mit den Jahren kamen immer mehr „Kleinodien“ der Stars in das Museum – es wurde zu klein. Im Mai 2001 wurde die neue, große Hall of Fame in direkter Nachbarschaft des alten Opry Hauses eröffnet. (Aufnahme vom Sommer 1969)

Die Country Music Hall of Fame and Museum bietet diverse Glasvitrinen mit persönlichen Gegenständen der Stars. Bin froh, daß dieses Foto gelungen ist: es zeigt Bühnenschuhe, Manschetten-Knöpfe und Persönliches von Jim Reeves, der mit 39 Jahren mit dem Flugzeug abstürzte, geschehen im Sommer 1964.

Mai 2021

Outside the building I

Gut angelegtes Gehalt:
Meine erste Reise nach Nashville, Tennessee! Hier vor der legendären Grand Ole Opry.

Sommer 1972 – windig war’s und kühl. Und das mitten im Sommer. Die Golden Gate Bridge lag, wie so oft, total im Nebel. Nur die Fundamente ragten aus dem Wasser. Deshalb hier die noch erheblich längere Oakland Bridge, etwas weiter landeinwärts in der San Francisco Bay.

Annie & Dave

Ein Schnappschuss aus glücklichen Tagen – Dave und Annie Christian

Carl & Bob

Zwei große Namen unvergessen:
Carl Lee Perkins († 1998) und Bob Stewart, RTL († 2019) vor dem Haupteingang der Villa Louvigny, Luxembourg

Die „4 Fröhlichen Wellen“

In diesem Raum (Technik von Studio 4) wurde jahrelang die beste Musik aufgelegt. Von links: Techniker Norbert, icke und Techniker Paul.